Das Leben und Sterben an Europas Grenzen

Die Grenze zwischen Griechenland und der Türkei, aber auch Kreta und der südliche Teil Griechenlands sind häufig Anlaufstelle für Menschen aus Afrika und Asien, die mit Hoffnung auf ein besseres Leben nach Europa einreisen möchten.

Häufig wenden sich diese Menschen aus Angst vor Entdeckung durch die Frontex-Verbände oder die Küstenwache Griechenlands an die Menschenschmuggler-Mafia, die sie in mangelhaften Booten und unter widrigsten Bedingungen nach Griechenland bringt. Nicht wenige Menschen sterben auf diesem Weg bereits durch Unterkühlung, Verhungern oder Verdursten. Die Küstenwache Griechenlands ist dafür bekannt, Flüchtlingsboote im äußersten Falle auch zu versenken, während der Norden Griechenlands durch ein Minenfeld und Grenzpatroullien gesichert ist, um die Menschen am Betreten des Landes zu hindern.

Das Sterben an den Grenzen Europas hat System: Grundlage für ein rechtsstaatliches Asylverfahren ist das Dublin-II-Abkommen. Dieses sieht vor, dass jene Länder für die Abwicklung eines Verfahrens zuständig sind, in die die erste Einreise erfolgte. Dies trifft in der Regel Spanien, Italien, Portugal und Griechenland. Reisen die Menschen von diesen Ländern weiter, so haben die nachfolgenden Länder das Recht, die Menschen in die Einreiseländer zurückzuschicken. Besonders profitieren von dieser gesetzlichen Regelung die europäischen Kernländer, die die Verantwortung für die einwandernden Menschen an die südeuropäischen Länder abgeben.

Wer beim Überqueren der Grenze oder im Landesinnern ohne Papiere aufgegriffen wird, wird ,spätestens seit der von der derzeitigen griechischen Regierung angeordneten Polizeioperation ,,Xenios Zeus'‘, von Sicherheitskräften in Lager interniert. Diese Lager existieren in bestimmten Teilen Griechenlands, in die besonders häufige eine Einreise erfolgt, seit Jahren. Pro Asyl berichtete in einer Recherche-Reise in die Grenzregion Evros bereits von überfüllten Zimmern, mangelhafter medizinischer Versorgung und katastrophalen sanitären Zuständen bei keinerlei rechtsstaatlicher Garantien für die Menschen. Mittlerweile existieren neben Lagern in der Evros-Region, auch entsprechende Lager in Korinth und Patras.

Eindrucksvolle Bilder mit Kommentierung finden sich im nachfolgenden Artikel des EMAJ Magazins