Archiv für November 2012

Chrysi Avgi-Büros landesweit angegriffen

Am 19. November kam es in mehreren griechischen Kleinstädten zu Angriffen auf lokale Büros von Chrisy Avgi und in der Folge zu Ausschreitungen mit der Polizei:

In Arginio im Westen Griechenlands kam es nach Protesten von 300 antifaschistischen AktivistInnen gegen die Eröffnung eines örtlichen Chrisy Avgi-Büros zu heftigen Ausschreitungen mit der Polizei: Zuvor hatten die GenossInnen versucht, durch die Polizeiketten zum Büro durchzubrechen. Im Zuge der folgenden Ausschreitungen, bei der auch Aufstandsbekämpfungseinheiten der Polizei aus Athen anreisten, wurden 20 antifaschistische AktivistInnen vorübergehend festgenommen. Das nachfolgende Video dokumentiert die Ereignisse in Arginio:

In Xanthi im Nordosten Griechenlands wurde am morgen des gleichen Tages ein lokales Büro der Neofaschisten attackiert, verwüstet und mit Parolen verschönert: ,,Für den Kommunismus und die Anarchie – Schlagt die Faschisten in jedem Viertel'‘.

In Karditsa im Zentrum Griechenlands wurde am gleichen Morgen ebenfalls ein lokales Büro angegriffen. Das nachfolgende im Internet aufgetauchte Video dokumentiert die Aktion:

Antifa-Patrols im ganzen Land

In Griechenland werden derzeit in regelmäßigen Abständen landesweite antifaschistische Motorrad-Demos durchgeführt. Zu Beginn wurden die Demonstrationen aus Solidarität zu den Betroffenen von rechter Gewalt organisiert und fanden in den Hochburgen neo-faschistischer Aktivität statt, vor allem in Athen. Im Rahmen dieser Demonstrationen kommt es immer wieder zu Übergriffen durch Neo-Faschisten und Polizeieinheiten, zuletzt waren bei einer Motorrad-Demo durch Athen am 30.09.2012, 15 Antifa-AktivistInnen von Polizeieinheiten verhaftet, gefoltert und zu einer Strafe von 45000 Euro verurteilt worden.

Vergangenen Freitag, den 15.11.2012 fand nun erneut eine Motorrad-Demo aus Solidarität zu den gefolterten GenossInnen in Athen statt. Videomaterial ist unter folgenden Links zu finden:

Athen 15/11 Teil I

Athen 15/11 Teil II

Griechenlands ungewisse Zukunft

,,Greece’s uncertain future'‘ ist eine Kurz-Dokumentation, die antifaschistische AktivistInnen und Betroffene rechter Gewalt aus Griechenland zu Wort kommen lässt. Diese bestätigen die Kooperation zwischen Polizei und Neo-Faschisten bei Überfällen auf illegalisierte Menschen, sowie Folterungen und Misshandlungen in den Gefängnissen der Athener Polizeieinheiten.

,,What we heard from the arrested people is that they were hitting them , they were slapping them, they were spitting at them, they were using them as ashtrays. Other policemen were filming on their cellphones taping all this incidents, this mistreatments and terrorized the arrested people by saying that they‘ll use this videos and photographs to give them to Golden Dawn. They said openly that they are members of the Golden Dawn and that they‘ll fuck them up.'‘

- Anwalt der AntifaschistInnen , die von Aufstandsbekämpfungseinheiten eingesperrt und gefoltert wurden

Unser Leben ist in Gefahr

Ein Flüchtling berichtet über die rassistische Verfolgung in Griechenland

Interview mit Bashirollah Safi, 24 Jahre alt. Herr Safi ist 2006 aus Afghanistan nach Pakistan geflüchtet. Sein älterer Bruder kam durch Kriegshandlungen zwischen den Taliban und US-amerikanischen Truppen ums Leben. So musste Herr Safi als nun ältester Sohn die Verantwortung für die gesamte Familie übernehmen, da der Vater schon seit längerem verstorben war. Im Mai 2006 verließ Herr Safi, im Alter von 18 Jahren mit seinem jüngeren, damals 9 Jahre alten Bruder Pakistan, um nach Europa zu gelangen. Die Flucht führte über Iran nach Griechenland. (Weiter…)

Staat und Nazis Hand in Hand

Wir dokumentieren nachfolgend kritisch eine Dokumentation des Guardian mit dem Titel ,,Golden Dawn party infiltrates Greece’s police'‘. Kritisch ist aus unserer Sicht bei dieser Dokumentation zu sehen, dass

(1) Das Aufkommen Neo-Faschismus mit den verzweifelten Unterklassen und nicht etwa mit der Krisenpolitik der Eliten und deren Interesse an den faschistischen Morden identifiziert wird.

(2) Innerhalb des griechischen Staatsapperates traditionell starke antikommunistische bis neo-faschistische Strömungen bestehen, u.a. auch Kontinuitäten zur Junta-Diktatur der 70er Jahre. Die Polizei ist also nicht ,,infiltriert'‘, sondern sucht aus ideologischer Nähe den Schulterschluss mit den Neo-Faschisten.

Auch wenn wir also mit einigen Ausführungen zum Thema uneins sind, eine sehenswerte Einführung zu dem Thema