Archiv für Dezember 2012

Soziales Zentrum von Faschisten überfallen

Am Sonntag Morgen den 22. Dezember wurde das Soziale Zentrum Xanadu , das seit 2009 in der griechischen Kleinstadt Xanthi besteht, von Faschisten angegriffen. Die Faschisten versuchten das Soziale Zentrum in Brand zu setzen und verursachten damit massive Schäden am Gebäude. Opfer unter den NachbarInnen wurden dabei billigend in Kauf genommen. Mit ihrem Versuch das Gebäude nachhaltig unbrauchbar zu machen, sind die Faschisten gescheitert: Die Reparaturen haben laut dem Kollektiv , das das Xanadu betreibt, bereits eingesetzt und das Gebäude wird bald wieder nutzbar sein.

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On December 22 in the morning the social centre of Xanadu was raided by fascists: They tried to burn it down in order to make the place unusable; during their act of destruction they caused some material damage on the building, while they accepted people, especially the sleeping neighbours, getting hurt or killed. The attempt to destroy the building failed; the collective organizing the building, declared that they are already repairing the building and that it‘ll soon be usable again.

Solidarität war immer der Grundsatz

Auf Linksunten wurde ein Interview mit einem Basisaktivisten der undogmatischen Linken gruppe Diktio veröffentlicht. In dem Interview legt der Aktivist die Spaltung der griechischen Linken und die Schwierigkeiten in der Kooperation dar:

,,Eine Sache in Griechenland ist, dass es hier die kämpferischste Linke in Europa gibt und es gibt auch die kämpferischste anarchistische Bewegung. Und gleichzeitig haben wir die größte dogmatische, stalinistische Linke Europas. Es gibt Teile der radikalen Linken, die bereit sind mit der anarchistischen Bewegung zusammen zuarbeiten und sich nicht über die Taktiken der radikalen Bewegung streiten wollen. Und es gibt anarchistische Gruppen, die zusammen mit der Linken eine soziale Infrastruktur aufbauen. Und auch auf Demonstrationen kämpfen Anarchist_innen und Teile der Linken oft zusammen. Diktio steht gewissermaßen in der Mitte und hat sehr gute Beziehungen mit der radikalen Linken und mit den Anarchist_innen. Gleichzeitig werfen viele Anarchist_innen Diktio vor, eine reformistische Organisation zu sein. Und die linken Parteien werfen uns vor Freunde der Terroristen zu sein. Wir versuchen die Widersprüche in der Bewegung auszuhalten.'‘

Der Aufstieg der Neo-Faschisten wird zum einem mit einer traditionellen Rechten, die schon zuvor die faschistische Junta-Diktatur gestützt hat und derem kontinuierlichen wirken in staatlichen Strukturen, erklärt, zum anderen mit der Unterstützung des Kleinunternehmertums, das in der Krise den sozialen Abstieg fürchtet:

,,Die Untersuchungen nach den letzten zwei Wahlen haben gezeigt, dass die soziale Struktur der Faschist_innen und deren Sympathiesant_innen ähnlich ist, wie auch in den anderen Ländern Europas. Es gibt hauptsächlich drei Kategorien. Erstens die traditionellen und konservativen älteren Rechten, die zum Beispiel schon den König und die griechische Junta unterstützten. Die zweite ist die größte Kategorie. Das sind ist die Mittelklasse der alten Stadtcenter der großen Städte. Sie haben Angst vor der wirtschaftlichen Depression und dem sozialen Abstieg. In der dritten Kategorie finden sich Teile der Jugend mit geringer Bildung, die das politische System hassen. Sie haben keine Ahnung was Faschismus wirklich heißt. Eine vierte aber kleine Kategorie sind wirklich prekarisierte Leute, die sich von der brutalen nonkonformistischen Haltung der Goldenen Morgendämmerung überzeugen lassen.'‘

Seit den 90er Jahren, als eine starke Immigration durch Menschen albanischer Nationalität nach Griechenland stattfand, wird durch staatliche und mediale Stellen zudem eine xenophobe Stimmung in der Bevölkerung kultiviert, die sich nun in rassistischen Angriffen und partiell in Pogromen entläd:

,,Die ersten Jahre gab es viel Xenophobie, die sich zum Teil in aggressivem Rassismus äußerte. Aber es war hauptsächlich xenophober Nationalismus. In den letzten Jahren haben die Leute im Vergleich zu den 90iger Jahren weniger Angst, da sie sich an die neue Situation gewöhnt haben. Die Migrant_innen haben eine sehr starke Rolle in den wirtschaftlichen Sektoren gespielt, z.B. in der Landwirtschaft, der Hausarbeit, im Bauhandwerk. Aber es gibt die verbreitete Meinung, dass die Migrant_innen weniger wert seien und dass das auch so bleiben sollte. Also aus dieser Sicht gibt es jetzt mehr aggressiven Rassismus, als zuvor. Auf der anderen Seite gibt es jetzt auch mehr antirassistische und antifaschistische Gruppen.'‘

Das vollständige Interview findet sich hier.

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An interview with an activist of the non-dogmatic left group Diktio was recently published on the german information-platform Indymedia Linksunten . The activist talks about the disruption of the greek left and the difficulties in practical cooperation:

,,One point we have to mention is, that in Greece we got the strongest left in whole Europe and one of the strongest anarchist movements. At the same time we have the largest dogmatic, stalinist left of Europe. Some parts of the left cooperate with the anarchist movement and don‘t want to argument about tactics of a radical movement. And there are anarchist groups, which try to build up new social structures together with the left. Also on demonstrations anarchists and some parts of the left are fighting together. Dictio stands in a manner of speaking for the centre of the movement with good relationships to the radical left and the anarchists. At the same time a lot of people accuse Diktio to be a reformist organisation. We try to endure the contradictions within the movement.'‘

The social base of neo-fascism consists on the one hand of the traditionalist part of the right, which also supported the fascist military Junta in the 70s, and which is still part of the current political system and institutions. And on the other hand of little shop owners and other parts of the middle classes that are frightened of the social erosion during the crisis:

,,A closer examination of the past two election shows that the social structure of neo-fascists and their supporters is quite similar, like in other countries in Europe. There are mainly three groups of people that constitute the neo-fascist movement: First of all the traditional and conservative fraction within the right, which also supported the king and the military junta in the past. Secondly and this is the largest number of supporters, the middle classes from the centres of the big cities. They‘re afraid of the economic recession and social decline. The third category consists of youngsters with less education, that hate the political system. They don‘t have a clue what fascism really means. A forth but less in number group consists of underclass people that are attracted by the brutal non-conform attitude of Golden Dawn.'‘

Since a lot of albanian people migrated to Greece in the early 90s, certain parts of the ruling class in the media and other state institutions try to establish a xenophobic attitude in the population towards immigration, what now leads to xenophobic attacks and pogroms:

,,In the first years there was a lot of xenophobia, that expressed itself in an aggressive racism. But it can mainly be characterized as a certain kind of nationalist racism. In the past few years people are less afraid of the situation compared to the 90s because they got used to it. Immigrants played a very important role in several parts of economy like agriculture, domestic work and the construction industry. But there is a wide spread attitude that Immigrants are of less worth and that it is okay like that. From that point of view racism is more aggressive than before , but there are also more anti-racist and anti-fascist groups.'‘

The whole interview in german can be found here.

Self-definition in english online

Dear readers, the self-definition of this blog is finally in english for all our international comrades available. It is our intention to connect people across borders with this project. Therefore we feel the need to translate our contents to make them comprehensible to as many people as possible. In the future there will be more translations.

- hasta la victoria siempre-

To find the english version you need to scroll down.

Sie sollen alle verschwinden…

Wir dokumentieren nachfolgend kritisch den Artikel „Sie sollen alle verschwinden!“ der Frankfurter Rundschau: Dieser behandelt unter anderem Bürgerwehren, die in Absprache mit der griechischen Polizei Illegalisierte Menschen verfolgen. Im Verlauf der Weltwirtschaftskrise nimmt der ökonomische Druck gerade auf KleinunternehmerInnen zu – das Problem wird in zunehmendem Maße in etwas Größerem gesehen: den Illegalisierten Menschen. Die Neo-Faschisten gelten als hilfsbereite Jungs von nebenan, die den athener LadenbesitzerInnen in ihrem Kampf gegen den sozialen Abstieg vorbehaltslos zur Seite stehen. Während Chrysi Avgi das Kleinbürgertum mit finanziellen und sozialen Angeboten seit geraumer Zeit umwirbt, verweist die Polizei parallel auf die Schlägertrupps der Neo-Faschisten als alternatives Exekutivorgan.

Wir distanzieren uns selbstverständlich vom Extremismusbegriff der Frankfurter Rundschau, der das Problem eben nicht in den Interessen der Eliten in Griechenland, deren Austeritätspolitik und historischen Kontinuitäten zu reaktionärem Gedankengut verortet, sondern in einem nicht weiter definierten Rand der Gesellschaft.

Den vollständigen Artikel findet ihr hier.

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Successive we publish the article ,,They shall all piss off..'‘ of the mainstream media newspaper Frankfurter Rundschau, about militias of the greek lower middle-classes and shop-owners in some parts of the city of Athens. The article draws the picture of a close cooperation between the police of athens, the neo-fascist rackets and the militias in hunting and beating up illegalized people in the public places. During the crisis of capitalism the pressure on the greek middle classes increases – some of the shop-owners don‘t see the problem in the crisis but more in the so called ,,immigration problem'‘. The neo-fascist rackets are welcome to these people as close allies to the problems appearing during the crisis and against their social decline. While Chrysi Avgi pretends to support the middle classes, the police is sending ordinary people with their problems to the neo-fascist as some kind of alternative executive authority.

We of course distance ourselves from the term ,,extremism‘ as a term implemented by the ruling classes in Germany to describe fascism as a problem of the lower classes and the working class and not as a problem of austerity politics and the interests of the ruling class concerning the fascist rackets on the streets. We don‘t believe fascism is a problem that’s not related to democracy, but that it is closely connected to capitalism and the democratic society as it’s political governmental structure.

You can find the whole article in german here.

Zur Situation illegalisierter Menschen

,,Die Polizei kann dich schlagen; Die Leute beschimpfen dich ohne Grund; Die Leute hassen dich wie Tiere'‘

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,,The police can beat you, the people can swear on you, the people hate you like animals.'‘