Archiv für September 2013

Aus aktuellem Anlass….

Der linke und antifaschistische Rapper Pavlos Fissas wurde am vergangenen Mittwoch von den Schlägern von Chrysi Avgi ermordet. Wir wollen auf diesem Wege den kämpfenden GenossInnen in Griechenland und den Angehörigen unser Beileid und unsere Solidarität ausdrücken!

Gleichzeitig wollen wir erneut darauf hinweisen, dass wir es hier nicht mit einem Einzelfall zu tun haben; dass die Gewalt der Neo-FaschistInnen, ihr Terror auf der Straße, spätestens seit dem Sommer 2012 außerordentlich bedrohliche Züge annahm. Bereits vergangenes Jahr begannen sie damit, organisiert in den Straßen zu wüten; dutzende illegalisierte und obdachlose Menschen sind seither Opfer der brutalen und hinterhältigen Übergriffe geworden, einige davon starben bereits an den Folgen. Erst mit dem Mord an Shehzdad Luqman im Januar 2013 durch 2 Neo-Faschisten schaltete sich die griechische Öffentlichkeit ein. Die Brutalität der Neo-FaschistInnen ist also keine neue Qualität. Auch Mordversuche an Linken nicht; so wurden in der Vergangenheit mehrmals anarchistische Hausprojekte und soziale Zentren mit Unterstützung von Polizeieinheiten angegriffen. Das inzwischen geräumte Skaramanga in Athen wurde mehrmals gezielt mit Molotow-Cocktails attackiert.

Fakt ist, dass der griechische Staat bis zu diesem Zeitpunkt das Treiben der Neo-FaschistInnen nicht nur toleriert, sondern aktiv befördert hat. Ein Großteil der Polizeieinheiten sympathisiert offen mit Chrysi Avgi, auf Demonstrationen arbeiten sie zusammen gegen linke DemonstrantInnen. Mitglieder der Partei fungierten als StreikbrecherInnen bei den (nach dem alten Militär-Junta-Gesetz!) inzwischen verbotenen Generalstreiks. Mit der rassistischen Polizeioperation ,,Xenios Zeus'‘ setzte die noch amtierende griechische Regierung (PASOK, ND; damals auch noch DIMAR) einen Plan der rechtspopulistischen bis offen faschistischen LAOS-Partei um; mehrere tausend Menschen wurden im Zuge dessen in Lager interniert; auch hier halfen die Neo-FaschistInnen von Chrysi Avgi eifrig mit. Die Herrschenden in Griechenland wissen, was sie von ihren Handlangern haben: Sie besorgen die Drecksarbeit, die man sich aufgrund seiner wackligen Stellung in der EU nicht leisten kann.

So ist auch nicht zu erwarten, dass die Partei in nächster Zeit verboten wird; daran besteht bei einem Großteil der Herrschenden schlicht kein Interesse. Chrysi Avgi lenkt mit ihrer sozialen Demagogie den vorhandenen Alltagsrassismus und die Empörung über die aufoktroierten Sparmaßnahmen gegen jene, die ohnehin am schwersten von der Krise betroffen sind und erweist sich damit als schlagkräftigste VerteidigerIn des Bestehenden. Der Ruf nach dem Rechtsstaat, wie ihn die PASOK betreibt, ist vor diesem Hintergrund ein schlechter Scherz; dieser schafft sich bekanntlich immer dann zugunsten autoritärer und faschistischer Herrschaft ab, wenn es ein nicht unerhebliches Potenzial zum Sturz der herrschenden Ordnung gibt.

In diesem Sinne:
Den Antifaschistischen Selbstschutz organisieren!
Solidarität mit dem antifaschistischen Kampf in Griechenland!

Mehr Infos und Newswires bei den GenossInnen von
-> ContraInfo
-> Occupied London