Es ist ,,Hip'‘ Nationalist zu sein…

Wir dokumentieren nachfolgend einen übersetzten Artikel von I can‘t relax in Greece über die zunehmende Popularität der Faschisten von Chrysi Avgi unter SchülerInnen und Jugendlichen. Im Artikel wird klar, dass die Partei zunehmend versucht, junge Menschen in ihre Organisationsstruktur einzubinden. Laut dem Artikel soll auf dem Blog Antepithesi ein Eintrag im Namen der Jugendorganisation der Partei erschienen sein, der dazu aufruft, den Kampf in die Schulen, Gymnasien und anderen Orten, wo Jugendliche zusammenkommen, zu tragen.

Obwohl sich die Partei öffentlich von solchen Vorhaben distanziert, deckt sich diese Aussage mit einer kürzlich bekannt gewordenen Meldung, dass Chrysi Avgi Kinder in einem Parteibüro von Lehrern in der Ideologie der Partei unterrichtet hat. Derweil scheint es, dass es in griechischen Schulen zunehmend als ,,hip'‘ und ,,rebellisch'‘ gilt, sich als Anhänger der faschistischen Partei auszugeben oder mit deren Symbolik und martialischem Auftreten zu spielen. Ein jugendlicher Anhänger der Partei dazu:

“We made our one stickers, we wrote slogans. But also there were some of us who beat up immigrant beggars in the street (…) Anarchism used to be hip. It was just a way to oppose the system. In the same way, today many young people call themselves nationalists. They wear Greek Army or Golden Dawn shirts in the school”

Der ganze Artikel findet sich hier.

Das wahre Gesicht von Chrysi Avgi

Wir dokumentieren nachfolgend ein erschreckendes Video des Studenten Konstantinos Georgousis, der Mitglieder der Partei in den Straßen Athens filmte. Georgousis erklärt in einem TV-Interview, dass es ihn besonders schockierte wie offen feindselig sie Mitglieder der Partei in der Öffentlichkeit auftreten können und dass sie zunehmend mehr Zuspruch in der Bevölkerung erhalten. Ein Parteimitglied im O-Ton über ImmigrantInnen und illegalisierte Menschen in diesem Video:

,,These Parasites drink our water, eat our food and breathe our Greek air. (…) They are primitive. They are a miasma: subhuman. We don‘t care about their existence. We are ready to open the ovens! We will turn them into soap (…) We will make lamps from their skin (…)'‘

Die Repression weitet sich aus…

Nachfolgend dokumentieren wir einen Artikel der Tageszeitung kritisch über die zunehmende Repression des griechischen Staates: Die griechische Polizei macht sich seit längerer Zeit einen Namen im Bereich der Verfolgung und Inhaftierung von Illegalisierten sowie der brutalen Angriffe auf die anarchistische Bewegung und den antiautoritären Raum. Nun scheint die autoritäre Wende des Staates auch DrogenkonsumentInnen in den Fokus zu nehmen. Unter dem Vorwand selbstloser Hilfeleistung wurden in Athen Junkies in ein Polizeilager zur Datenerfassung und Registrierung gezwungen. Der staatliche Ordnungs- und Verfolgungswahn scheint sich auf jegliches abweichendes Verhalten auszuweiten.

Es war doch alles gut gemeint, hieß es hinterher: Auf Anweisung des Gesundheitsministeriums hat die griechische Polizei am vergangenen Mittwoch über 130 Drogenabhängige aus dem Großraum Athen – viele von ihnen offenbar unter Täuschung oder gegen ihren Willen – in ein Polizeilager im Athener Vorort Amygdaleza gebracht. Dort wurden sie registriert, medizinisch untersucht, verpflegt und nach wenigen Stunden wieder entlassen.

Den vollständigen Artikel findet ihr hier.

Mitschnitt der Infotour online

Unsere Veranstaltung in Berlin wurde durch die GenossInnen von Great Crisis Riseup – Greek Edition mitgeschnitten und kann hier angehört und runtergeladen werden:

- Soundcloud
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Weitere Veranstaltungen

Nachfolgend möchten wir auf ein Projekt von Avanti bzw. der Interventionistischen Linken (IL) hinweisen, die in den nächsten Wochen mehrere Veranstaltungen zum Komplex Krise und Rassismus in Kooperation mit Athanasios Marvakis von der Universität Thessaloniki durchführen werden:

Faschistische Mobilisierung und staatliche Hetze in Griechenland

Tagtäglich zerbricht die griechische Gesellschaft an den Maßnahmen, die die Herrschenden als ,,Krisenlösungen'‘ durchzusetzen versuchen. Die Regierung reagiert auf die Zuspitzung der ökonomischen Situation mit ,,präventiver Aufstandsbekämpfung'‘ und lädt den Krisendiskurs zunehmend rassistisch auf. Seitdem sie das Thema ,,illegale Migration'‘ auf die politische Agenda gesetzt hat, erlebt die faschistische Partei Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte) einen kometenhaften Aufstieg. Während sich der staatliche Rassismus in Polizeirevieren und Abschiebelagern mit immer mehr Gewalt und Folter Bahn bricht, nehmen Morde und Mordversuche an MigrantInnen im ganzen Land zu. Chrysi Avgi hat in der aktuellen Krise mit demonstrativer Gewaltanwendung und ,,sozialen Projekten'‘ nur für GriechInnen stark an Zustimmung gewonnen. Zusammen mit Athanasios Marvakis wollen wir der Frage nachgehen, wie diese Entwicklung zu erklären ist. Wie gestaltet sich die Lage der MigrantInnen vor dieser Gewaltkulisse? Wie sehen Selbstorganisationen aus, welche gemeinsamen Projekte mit der griechischen Linken gibt es? Athanasios Marvakis lehrt Psychologie an der Aristoteles Universität Thessaloniki und ist in der antirassistischen Bewegung aktiv.

An folgenden Terminen wird die Veranstaltung stattfinden:

Berlin | 14.03.2013 | 19:30 | SO 36, Oranienstr. 190
VeranstalterInnen: Avanti – Projekt undogmatische Linke

Hannover | 15.03.2013 | 20 Uhr| UJZ Kornstraße, Kornstraße 28-30
VeranstalterInnen: IL Hannover

Leipzig | 16.03.2013 |19 Uhr |Bäckerei, Josephstraße 12
VeranstalterInnen: Prisma Leipzig

Mehr Informationen findet ihr hier.